lehmsteinefabrik

in diesem winter wollen wir nicht mehr frieren, darum lassen wir uns einen „russischen ofen“ bauen, hier heißt der kamin „estufa rusa“. dieser ofen ist eine variante des uns gut bekannten kachelofens. – hier wird er ganz rustikal gebaut, aus steinen, die aus einer lehmmischung in handarbeit hergestellt werden!! am montag haben wir die erste ladung steine geholt.

hier liegen sie alle fein säuberlich in der sonne zum trocknen.

und so werden sie gemacht: schlamm wird in eine form gefüllt…

…mit dem wasser im nebentrog glattgestrichen…

…und auf die geebnete erde aus der form gestülpt.

hier kann man an der helleren farbe sehen, daß die hinteren steine schon angetrocknet sind. und eine neue reihe wird vorbereitet.

die rohsteine müsen je nach witterung 4 – 6 tage an der luft trocknen. dann wird ein „backofen“ gebaut, aus denselben, nun trockenen steinen. das aufschichten ist eine ganz besondere technik. die steine dürfen nicht zu dicht gestellt werden, damit später die hitze alle steine erreicht.
im vordergrund stehen gebrannte steine.

so sieht der fast fertige „backofen“ aus. auf allen 4 seiten werden große lücken gelassen, die mit holzstücken gefüllt werden.

hier eine öffnung mit dicken ästen. diese öffnung wird nach dem anzünden des holzes mit steinen und lehm verschlossen. ein paar öffnungen lassen die gase entweichen, die bei der großen hitzeentwicklung entsehen.

dort steht ein „backofen“, der nun ein paar tage auskühlen muß. die hitze steigt im inneren bis auf 900 grad an!!! im vordergrund liegen alte reifen und große plastikplanen, die bei regen die rohsteine abdecken.

hier wird der schlamm gemacht. das riesenrad wird von einem traktor im kreis gezogen, über schwarze erde, guano (hier schafdung), grobe sägespäne und wasser. diese mischung wird ca. 9 stunden lang bearbeitet, bis die richtige konsistenz erreicht ist.

75 rohsteine transportierten wir wie rohe eier über 40 km bis nach hause. immerhin wiegt ein stein ganze 1,8 kg! und 30 m vor unserer tür dies hier:

was für ein glück, daß uns das nicht am anfang der fahrt passierte…
am nächsten tag holten wir dann nur 50 steine 🙂

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8 Kommentare zu “lehmsteinefabrik

  1. In Nepal gibt es ähnliches. In den Dörfern kochen die Menschen mit Lehmöfen. Für mich sahen die irgendwie gar nicht wie Öfen aus.
    Interessant was Du geschrieben hast.
    Liebe Grüße

  2. Ein toller Bericht! Ich erinnere mich an den Lehmofen in einem Freilichtmuseum hier in der Nähe, in dem Brot gebacken wurde, welches man hinterher käuflich erwerben konnte. Könnt ihr in eurem Ofen, wenn er fertig ist, auch backen? Oder ist er nur zum Heizen vorgesehen?
    LG von Rosie

  3. Genau solche „bloquerías“ gibt es hier im Hinterland. Die Leute schuften scheinbar bis zum Umfallen, und ich wundere mich, dass sich dieses Handwerk bei den Baumärkten hier noch trägt.
    Viel Erfolg beim Bau Eures Kachelofens!

    • na ja, die baumärkte sind hier weit weg, aber es gibt die „corralones“, das sind baugeschäfte mit allem für den hausbau. die werden auch von den „handarbeitern“ beliefert. die arbeit wird von der ganzen familie geleistet, jeder muß mit anpacken, es ist echt ein knochenjob!

  4. Cool! Ich hatte mal Freunde, die waren Lehmbauer. Das große Kind hat da öfter „Ferien“ gemacht. Und wenn ich da war, habe ich gerne mitrgeholfen, bei der Restaurierung ihres Gehöfts, das durch und durch aus Fachwerk bestand.

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